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CMRFrachtbriefHaftungRatgeber

CMR-Frachtbrief ausfüllen: alle Felder, Haftung und Fristen erklärt

Cargon Team7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Der CMR-Frachtbrief ist der Beförderungsvertrag im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. Er wird in drei Originalen ausgestellt — Absender, Empfänger, Frachtführer — und von allen Seiten unterschrieben. Die Haftung des Frachtführers ist auf 8,33 Sonderziehungsrechte pro Kilogramm begrenzt, Schäden müssen bei Ablieferung oder binnen 7 Tagen gemeldet werden. Und: Ohne unterschriebenen und gestempelten CMR zahlen die meisten Kunden nicht.

Wann der CMR gilt

Das CMR-Übereinkommen gilt für jede entgeltliche Beförderung von Gütern auf der Straße, wenn Übernahme- und Ablieferort in zwei verschiedenen Staaten liegen und mindestens einer davon Vertragsstaat ist — das sind praktisch alle europäischen Länder. Für rein innerdeutsche Transporte gilt das HGB; viele Unternehmen verwenden trotzdem das CMR-Formular, weil alle es kennen.

Die wichtigsten Felder

FeldInhalthäufiger Fehler
1 AbsenderName und Anschrift des VersendersSpedition statt tatsächlichem Absender
2 Empfängerwer die Ware annimmtfehlende Ansprechperson bei Großlagern
3 AuslieferungsortAdresse der EntladestelleRechnungsadresse statt Lagerrampe
4 ÜbernahmeOrt und Datum der BeladungDatum vorab ausgefüllt, Beladung aber später
6–12 WareAnzahl, Verpackung, Bezeichnung, Bruttogewicht, Volumen„diverse Güter“ — zu ungenau im Schadensfall
9 GefahrgutUN-Nummer, Klasse, Verpackungsgruppe bei ADRfehlt, obwohl ADR-Ware geladen ist
18 VorbehalteVorbehalte des Frachtführers zur Ware oder Verpackungleer gelassen, obwohl Paletten beschädigt waren
23 FrachtführerStempel und Unterschrift bei Übernahmenur Unterschrift, kein Kennzeichen
24 EmpfangStempel, Unterschrift, Datum und Uhrzeit beim Empfängerfehlt — dann gibt es keinen Ablieferbeweis

Feld 18 schützt den Fahrer

Ist die Ware bei Übernahme erkennbar beschädigt, schlecht verpackt oder nicht zählbar, muss der Fahrer das in Feld 18 vermerken. Ohne Vorbehalt wird vermutet, dass die Ware in äußerlich gutem Zustand übernommen wurde (Art. 9 CMR) — jeder spätere Schaden geht dann zunächst auf den Frachtführer.

Haftung und Fristen

  • Haftungshöchstbetrag: 8,33 Sonderziehungsrechte pro Kilogramm Rohgewicht (Art. 23 CMR) — je nach Kurs rund 10 € pro kg. Ein höherer Wert kann im Frachtbrief vereinbart werden.
  • Äußerlich erkennbare Schäden: sofort bei Ablieferung schriftlich vermerken.
  • Verdeckte Schäden: binnen 7 Tagen nach Ablieferung, Sonn- und Feiertage ausgenommen (Art. 30 CMR).
  • Lieferfristüberschreitung: binnen 21 Tagen schriftlich geltend machen.
  • Verjährung: ein Jahr, bei Vorsatz drei Jahre (Art. 32 CMR).

Der CMR als Zahlungsnachweis

Für die Abrechnung ist Feld 24 entscheidend: Stempel, Unterschrift und Datum des Empfängers beweisen die Ablieferung. Kunden zahlen meist erst, wenn dieser Beleg vorliegt; Speditionen geben die Gutschrift an den Subunternehmer erst danach frei. Ein unleserliches Foto kostet so schnell zwei Wochen. Worauf man bei der Prüfung achtet: POD-Prüfung vor der Gutschrift.

Und der e-CMR?

Das Zusatzprotokoll zum elektronischen Frachtbrief (e-CMR) ist in den meisten EU-Ländern in Kraft, auch in Deutschland. Mit der EU-Verordnung über elektronische Frachtbeförderungsinformationen (eFTI) müssen Behörden elektronische Frachtdokumente schrittweise akzeptieren. In der Praxis ist der Papier-CMR mit Foto des unterschriebenen Exemplars aber noch Standard.

So läuft es in Cargon

Der Fahrer fotografiert den unterschriebenen CMR in der Driver App, der Frachtführer lädt ihn alternativ im Partner HUB hoch. Der Disponent prüft das Foto, gibt es frei oder weist es mit Grund zurück — und erst danach entstehen Kundenrechnung und Gutschrift. Gefahrgutangaben aus dem Auftrag stehen im Ladeauftrag und in der App.

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