CMR-Frachtbrief ausfüllen: alle Felder, Haftung und Fristen erklärt
Kurz gesagt: Der CMR-Frachtbrief ist der Beförderungsvertrag im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr. Er wird in drei Originalen ausgestellt — Absender, Empfänger, Frachtführer — und von allen Seiten unterschrieben. Die Haftung des Frachtführers ist auf 8,33 Sonderziehungsrechte pro Kilogramm begrenzt, Schäden müssen bei Ablieferung oder binnen 7 Tagen gemeldet werden. Und: Ohne unterschriebenen und gestempelten CMR zahlen die meisten Kunden nicht.
Wann der CMR gilt
Das CMR-Übereinkommen gilt für jede entgeltliche Beförderung von Gütern auf der Straße, wenn Übernahme- und Ablieferort in zwei verschiedenen Staaten liegen und mindestens einer davon Vertragsstaat ist — das sind praktisch alle europäischen Länder. Für rein innerdeutsche Transporte gilt das HGB; viele Unternehmen verwenden trotzdem das CMR-Formular, weil alle es kennen.
Die wichtigsten Felder
| Feld | Inhalt | häufiger Fehler |
|---|---|---|
| 1 Absender | Name und Anschrift des Versenders | Spedition statt tatsächlichem Absender |
| 2 Empfänger | wer die Ware annimmt | fehlende Ansprechperson bei Großlagern |
| 3 Auslieferungsort | Adresse der Entladestelle | Rechnungsadresse statt Lagerrampe |
| 4 Übernahme | Ort und Datum der Beladung | Datum vorab ausgefüllt, Beladung aber später |
| 6–12 Ware | Anzahl, Verpackung, Bezeichnung, Bruttogewicht, Volumen | „diverse Güter“ — zu ungenau im Schadensfall |
| 9 Gefahrgut | UN-Nummer, Klasse, Verpackungsgruppe bei ADR | fehlt, obwohl ADR-Ware geladen ist |
| 18 Vorbehalte | Vorbehalte des Frachtführers zur Ware oder Verpackung | leer gelassen, obwohl Paletten beschädigt waren |
| 23 Frachtführer | Stempel und Unterschrift bei Übernahme | nur Unterschrift, kein Kennzeichen |
| 24 Empfang | Stempel, Unterschrift, Datum und Uhrzeit beim Empfänger | fehlt — dann gibt es keinen Ablieferbeweis |
Feld 18 schützt den Fahrer
Ist die Ware bei Übernahme erkennbar beschädigt, schlecht verpackt oder nicht zählbar, muss der Fahrer das in Feld 18 vermerken. Ohne Vorbehalt wird vermutet, dass die Ware in äußerlich gutem Zustand übernommen wurde (Art. 9 CMR) — jeder spätere Schaden geht dann zunächst auf den Frachtführer.
Haftung und Fristen
- Haftungshöchstbetrag: 8,33 Sonderziehungsrechte pro Kilogramm Rohgewicht (Art. 23 CMR) — je nach Kurs rund 10 € pro kg. Ein höherer Wert kann im Frachtbrief vereinbart werden.
- Äußerlich erkennbare Schäden: sofort bei Ablieferung schriftlich vermerken.
- Verdeckte Schäden: binnen 7 Tagen nach Ablieferung, Sonn- und Feiertage ausgenommen (Art. 30 CMR).
- Lieferfristüberschreitung: binnen 21 Tagen schriftlich geltend machen.
- Verjährung: ein Jahr, bei Vorsatz drei Jahre (Art. 32 CMR).
Der CMR als Zahlungsnachweis
Für die Abrechnung ist Feld 24 entscheidend: Stempel, Unterschrift und Datum des Empfängers beweisen die Ablieferung. Kunden zahlen meist erst, wenn dieser Beleg vorliegt; Speditionen geben die Gutschrift an den Subunternehmer erst danach frei. Ein unleserliches Foto kostet so schnell zwei Wochen. Worauf man bei der Prüfung achtet: POD-Prüfung vor der Gutschrift.
Und der e-CMR?
Das Zusatzprotokoll zum elektronischen Frachtbrief (e-CMR) ist in den meisten EU-Ländern in Kraft, auch in Deutschland. Mit der EU-Verordnung über elektronische Frachtbeförderungsinformationen (eFTI) müssen Behörden elektronische Frachtdokumente schrittweise akzeptieren. In der Praxis ist der Papier-CMR mit Foto des unterschriebenen Exemplars aber noch Standard.
So läuft es in Cargon
Der Fahrer fotografiert den unterschriebenen CMR in der Driver App, der Frachtführer lädt ihn alternativ im Partner HUB hoch. Der Disponent prüft das Foto, gibt es frei oder weist es mit Grund zurück — und erst danach entstehen Kundenrechnung und Gutschrift. Gefahrgutangaben aus dem Auftrag stehen im Ladeauftrag und in der App.