Leerfahrten reduzieren: wie kleine Fuhrunternehmen weniger leer fahren
Kurz gesagt: Rund ein Fünftel aller LKW-Kilometer in der EU wird leer gefahren. Jeder dieser Kilometer kostet so viel wie ein beladener, bringt aber nichts ein. Wer den Leeranteil pro Fahrzeug misst, die Anfahrt zur nächsten Ladung schon bei der Auswahl der Fracht einrechnet und Rückladungen plant, bevor der LKW entlädt, holt mehr heraus als mit jeder Preisverhandlung.
Was ein leerer Kilometer kostet
Bei Gesamtkosten von 1,50 € pro Kilometer kosten 150 km Anfahrt zur Ladestelle 225 € — Geld, das in keiner Rechnung auftaucht. Bei 20 % Leeranteil steigen Ihre Kosten pro bezahltem Kilometer um ein Viertel. Wie Sie Ihre Kilometerkosten ermitteln: LKW-Kosten pro Kilometer berechnen.
Schritt 1: Messen
Die meisten kleinen Unternehmen kennen ihren Leeranteil nicht, weil nur beladene Strecken in der Abrechnung stehen. Sie brauchen pro LKW und Monat:
- gefahrene Kilometer insgesamt (Tacho oder Telematik);
- beladene Kilometer (aus den Aufträgen);
- Leeranteil = (gesamt − beladen) ÷ gesamt.
Unter 15 % ist gut, über 25 % ist ein Problem — und oft hängt es an wenigen Relationen oder einem einzelnen Fahrzeug.
Schritt 2: Die Anfahrt in jede Frachtentscheidung einrechnen
Eine Fracht für 1.400 € über 800 km sieht gut aus. Liegt die Ladestelle 200 km von der letzten Entladung entfernt, sind es in Wahrheit 1.000 km — und 1,40 € statt 1,75 € pro Kilometer. Vergleichen Sie Angebote immer mit den Kilometern ab der letzten Entladestelle, nicht ab der Ladestelle. Mehr dazu: Marge pro Transport berechnen.
Schritt 3: Rückladungen früher suchen
- Vor der Entladung suchen, nicht danach. Wer erst nach dem Entladen auf die Börse schaut, nimmt, was übrig ist.
- Feste Rückrelationen mit Stammkunden oder Partnerspeditionen vereinbaren — oft zu etwas niedrigerem Preis, aber planbar.
- Frachtenbörsen gezielt nutzen: Suchprofile für die Entladeregion anlegen und Angebote ohne Abtippen übernehmen, siehe TIMOCOM-Frachten automatisch importieren.
- Teilladungen kombinieren: Zwei Teilladungen in dieselbe Richtung schlagen oft eine Komplettladung mit langer Anfahrt.
Schritt 4: Die Disposition sichtbar machen
Leerfahrten entstehen oft, weil der Disponent nicht sieht, wo welcher LKW morgen entlädt. Eine Planungsansicht mit allen Fahrzeugen, ihren letzten Entladeorten und freien Zeitfenstern macht Rückladungen planbar statt zufällig.
So läuft es in Cargon
Weisen Sie einem Transport einen eigenen LKW zu, berechnet Cargon die beladenen Kilometer und die Leerkilometer ab der letzten Entladestelle dieses LKW. Die Fuhrparkauswertung summiert beides pro Fahrzeug mit dem Umsatz — so sehen Sie den Leeranteil jedes LKW. Im Planer liegen alle Fahrzeuge und ihre Transporte nebeneinander.